Seit 1946 ist Tamiya weit mehr als nur eine Marke: Es ist eine echte Institution in der Welt des Modellbaus. Alles begann in Japan, als Yoshio Tamiya ein einfaches Sägewerk in eine Werkstatt für Holzmodelle umwandelte. Schon bald überzeugte die Präzision der Marke mit den zwei Sternen. Nach einer Kunststoffrevolution in den 60er Jahren brachte Tamiya Ende der 70er Jahre seine ersten ferngesteuerten Fahrzeuge auf den Markt und läutete damit ein goldenes Zeitalter mit Kultmodellen wie dem Grasshopper, die Hornet oder der berühmte Clod Buster.
Ganz gleich, ob Sie sich heute für eine legendäre Neuauflage oder ein modernes Fahrgestell begeistern – der Zusammenbau eines Tamiya-Bausatzes ist nach wie vor ein lohnendes Erlebnis. Doch um den Spaß in vollen Zügen genießen zu können, muss man gut ausgerüstet sein. In diesem Artikel fassen wir die wichtigsten Punkte unserer Video-Anleitungen zusammen, um Sie vomKauf des Zubehörs bis zur letzten Schraube zu begleiten.
Die unverzichtbare Ausrüstung zur Vervollständigung Ihres Bausatzes
Die meisten Tamiya-Bausätze werden „unbestückt“ oder mit einem Motor (oft dem klassischen Mabuchi 540) geliefert. Damit Ihr Bolide fahren kann, sind mehrere elektronische Komponenten erforderlich:
- Der ESC (ESC): Er ist das „Gehirn“, das die an den Motor abgegebene Leistung steuert. Prüfen Sie sorgfältig, ob Ihr Bausatz einen solchen enthält (oftmals den TBLE-02S oder TBLE-04S). Falls nicht, bieten wir eine große Auswahl an Reglern an , die für Brushed-Motoren geeignet sind.
- Das Lenkservo: Für den Freizeitgebrauch ist ein Servo mit einem Drehmoment von 6 bis 9 kg ideal. Für Wettkämpfe oder Tamiya-Herausforderungen sollten Sie sich für ein schnelleres und leistungsstärkeres Modell entscheiden.
- Der Akku und das Ladegerät: Früher wurden in den Tamiya-Chassis runde NiMH-Akkus verwendet. Wenn Sie auf LiPo (leistungsstärker) umsteigen, achten Sie darauf, ein „Round-Stick“-Format zu wählen, damit der Akku ohne Änderungen in den ursprünglichen Einbauplatz passt.
- Die Fernsteuerungsanlage: Sie umfasstden Sender (den Controller) und den Empfänger, der im Auto installiert werden muss.
Tipp RC Team: Um Ihnen den Einstieg zu erleichtern, entdecken Sie unsere Komplettpakete (Sender, Servo, Akku, Ladegerät), die speziell für die Bausätze Tamiya entwickelt wurden.
Der ideale Werkzeugkasten: Das Geheimnis eines sauberen Zusammenbaus
Der Zusammenbau eines Bausatzes Tamiya erfordert zwar keine ingenieurtechnischen Kenntnisse, aber die richtigen Werkzeuge, um die mechanischen Teile nicht zu beschädigen.
- Der JIS-Schraubendreher (Japanese Industrial Standard): Das ist das Werkzeug Nr. 1! Die Schrauben Tamiya sehen aus wie Kreuzschlitzschrauben (Phillips), haben aber einen anderen Schraubenkopf. Die Verwendung eines Standard-Schraubendrehers kann den Schraubenkopf beschädigen. Die Anschaffung eines JIS-Schraubendrehers Tamiya ist unverzichtbar.
- Seitenschneider und Skalpell: Zum sauberen Abtrennen der Teile von den Kunststoffgussrahmen und zum Entfernen kleiner Grate (Entgraten).
- Die Montageunterlage und die Ablage: Zum Schutz Ihres Tisches und um zu verhindern, dass kleine Schrauben auf den Boden rollen.
- Lexan-Lack (PS-Serie): Die Karosserien Tamiya bestehen oft aus transparentem Polycarbonat. Sie werden von innen mit Sprühdosen für Lexan lackiert.
3. Die Tamiya-Methode: Tipps und zu vermeidende Fehler
Die Tamiya-Anleitungen gelten als die besten der Welt. So nutzt man sie richtig:
Die Reihenfolge der Beutel
Öffnen Sie niemals alle Beutel gleichzeitig! Die Anleitung ist alphabetisch aufgebaut. Beginnen Sie mit Beutel A. Fahren Sie erst dann mit Beutel B fort, wenn dies am Rand der Anleitung angegeben ist. In jedem Schritt sind die benötigten Teile und Schrauben in der linken Spalte im Maßstab 1:1 abgebildet: Legen Sie Ihre Schraube im Zweifelsfall auf die Zeichnung, um ihre Länge zu überprüfen.
Das Einschrauben in Kunststoff
Das ist der häufigste Fehler von Anfängern: zu fest anziehen. Wenn Sie eine Schraube in ein Kunststoffteil eindrehen, hören Sie auf, sobald der Schraubenkopf das Teil berührt. Übermäßiges Anziehen kann das Kunststoffgewinde zerstören.
Der „Klick“-Trick beim Wiedereinbau
Wenn Sie ein Teil ausbauen müssen, um es wieder einzuschrauben, ohne ein neues Gewinde zu erzeugen (was den Kunststoff schwächt), setzen Sie die Schraube in das Loch ein und drehen Sie sie vorsichtig gegen den Uhrzeigersinn. Wenn Sie ein leises „Klicken“ spüren, ist die Schraube in ihre ursprüngliche Position zurückgefallen. Sie können sie dann wie gewohnt eindrehen.
Schmierung und Einbaurichtung
Achten Sie besonders auf das Piktogramm, das die Schmierung angibt (Fett ist oft im Bausatz enthalten). Achten Sie außerdem genau auf die Einbaurichtung der Teile (links/rechts, vorne/hinten) und die Anzahl der benötigten Exemplare bei symmetrischen Teilen wie Differentialen oder Stoßdämpfern.
Fazit
Das Zusammenbauen des eigenen Autos ist der beste Weg, um dessen Funktionsweise zu verstehen und es später problemlos reparieren zu können. Nehmen Sie sich Zeit, befolgen Sie die Anleitung und genießen Sie jeden Schritt des Zusammenbaus.
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